BILAC 2026: Massenstart mit Alpenpanorama

Bei der BILAC wird nicht gebummelt: 30 Kilometer bis Biel, 120 Boote im Massenstart und mittendrin drei Mannheimer Boote mit jeder Menge Rennfieber. Für den Mannheimer Ruder-Club wurde daraus ein Renntag mit engen Zweikämpfen, Vollgas auf den letzten Kilometern und gleich mehreren ganz unterschiedlichen Rennverläufen bei fantastischem Wetter und Blick auf die Berner Alpen.

Freitag: Die Boote stehen bereit

Am Freitag reiste die Mannheimer Mannschaft nach Biel, wo das Quartier für das Wochenende bezogen wurde. Dass überhaupt drei Mannheimer Boote an den Start gehen konnten, war dabei alles andere als selbstverständlich. Gleich drei krankheitsbedingte Absagen hatte es im Vorfeld gegeben. Dank kurzfristig eingesprungener Ruderinnen und Ruderer konnten trotzdem alle drei Boote besetzt werden. Ein schönes Beispiel dafür, wie gut die Gemeinschaft auch im Breitensport funktioniert. Aufgrund der am Freitag getroffenen Streckenentscheidung für die Seestrecke mussten die Boote noch am selben Tag in Neuchâtel geriggert werden. Abends sorgten Pizza, Pasta und das Schweizer Erfrischungsgetränk Rivella für die nötige Kohlenhydratversorgung.

Samstag: Rennstart in Neuchâtel

Um 6:30 Uhr begann der Renntag mit dem Frühstück. Anschließend ging es nach Neuchâtel zum Start. Das Einsetzen der Boote ist bei der BILAC jedes Jahr ein kleines Abenteuer. Alle 120 Boote wollen möglichst gleichzeitig aufs Wasser, doch statt eines komfortablen Stegs wartet ein steiniger Uferbereich. Irgendwie schaffen es trotzdem alle Boote aufs Wasser und pünktlich zum Massenstart. Der MRC-Achter „Wellenrutsch“ erwischte einen starken Start und setzte sich zunächst von den anderen Mannheimer Booten und den Wormser Dauerrivalen ab. Doch dahinter entwickelte sich ein eigenes Rennen: Das C4x+ mit Mannheimer und Tübinger Beteiligung hatte die Dauerrivalen aus Worms direkt im Blick. Und während der Achter vorne zunächst sein eigenes Rennen fuhr, begann für den Vierer ein Duell, das sich über nahezu die gesamte Strecke ziehen sollte.

 

Der Achter „Horst Wellenrutsch“: Vorsprung verteidigen

Für den Achter lief zunächst alles nach Plan. Das Boot konnte sich vom Verfolgerfeld des Wormser und Mannheimer Bootes absetzen und seinen Vorsprung behaupten. Im Zihlkanal mussten die Mannheimer diesmal gegen die Strömung arbeiten. Und mit dem Übergang vom Zihlkanal auf den Bielersee wurde die Sache zunehmend enger. Der Vorsprung schmolz und die Verfolger kamen immer näher. Zwischenzeitlich rückten sowohl die Wormser als auch das Mannheimer/Tübinger C4x+ bis auf etwa eine Bootslänge heran.Jetzt war vor allem eines gefragt: Geschwindigkeit halten. Die Trinkpause wurde deshalb nicht gemeinsam eingelegt. Jeder nahm seinen Schluck einzeln während der Fahrt, damit der Achter möglichst ohne Geschwindigkeitsverlust weiterlaufen konnte. Dazu kamen die unermüdlichen Anfeuerungen von Steuerfrau Janine.Etwa acht Kilometer vor dem Ziel gelang es dem Achter schließlich, sich wieder abzusetzen. Steuerfrau Janine und Schlagmann Rolf sorgten für neue Motivation und Tempo im Boot, die letzten Kilometer wurden damit zu einer konzentrierten Verteidigung des Vorsprungs auf die Verfolger. Im Endspurt zog der Achter sogar noch an zwei Rennvierern vorbei und kam mit 2:07:31 auf Platz 15.

Der Vierer „maxKraft“: Dauer-Duell mit Worms

Ebenso spannend entwickelte sich das Rennen des C4x+ mit Mannheimer und Tübinger Beteiligung. Die „maxKraft“ mit Ruderern des MRC und des Tübinger Rudervereins Fidelia startete aus dem vorderen Feld und mussten sich zunächst im Gedränge des Massenstarts behaupten. Mehrere Boote kamen sich gefährlich nahe, einige verkeilten sich sogar. Eigentlich war geplant gewesen, nach der ersten Boje auf einen ruhigeren Streckenschlag umzuschalten. Angesichts der Wormser Verfolger wurde dieser Plan allerdings schnell gestrichen: Vollgas war angesagt.

Immer wieder wurden kurze Zwischensprints gefahren. Trotzdem konnten sich die Wormser mit der Einfahrt in den Zihlkanal langsam vorbeischieben. Es sah zunächst danach aus, als würde sich das Rennen wie in den vergangenen Jahren entwickeln. Doch der Vierer blieb dran. Nach rund zehn Kilometern wurde im Boot gewechselt und der Effekt war sofort spürbar. Neue Energie kam ins Boot, während gleichzeitig die Boote hinter den beiden Rivalen immer kleiner wurden. Das Mannheimer/Tübinger C4x+ arbeitete sich wieder an die Wormser heran. Mit der Ausfahrt aus dem Zihlkanal war das gegnerische Heck schließlich wieder zum Greifen nah. Noch 15 Kilometer bis zum Ziel. Weitere Zwischensprints folgten, immer mit dem Ziel, die Wormser müde zu fahren, ohne sich selbst zu verheizen. Doch die ließen sich nicht abschütteln und konnten jeden Angriff abwehren. Ganz nebenbei hatte der Vierer inzwischen zwei Renndoppelvierer und sogar einen Renndoppelachter überholt. Zwei Kilometer vor dem Ziel kam dann noch einmal Bewegung ins Rennen: Der Renndoppelachter hinter den Mannheimern setzte zum Schlussspurt an. Jetzt war die Sache klar wenn die Wormser schon nicht mehr zu schlagen waren, sollte wenigstens dieser Achter nicht mehr vorbeikommen. Mit den letzten Energiereserven hielt der Vierer dagegen. Der Achter kam näher, doch 200 Meter vor dem Ziel brach er ein. Der Vierer kam auf Platz 20 mit 2:08:55 ins Ziel, gerade einmal 28 Sekunden hinter den Wormsern. Die Glückwünsche an die Konkurrenten waren ehrlich, doch kaum war das Boot abgeriggert, begann bereits die taktische Planung für die nächste BILAC.

Der Frauen-Vierer „rowFlow“: Das Ziel immer im Blick

Auch der dritte Mannheimer Start verlief erfolgreich. Der Frauen-C4x+ in der „rowFlow“ meisterte die Strecke souverän und setzte sich mit 30 Sekunden Vorsprung gegen den Renndoppelvierer des Rowing Club Bern durch und kam mit 2:22:22 auf Platz 39.

Gerudert wurde diesmal übrigens nicht in den gewohnten Clubfarben: Im Rahmen der Aktion „Ramer en Rose“ trugen die Boote die pinken BILAC-Shirts. Die Aktion steht bei der BILAC im Zeichen der Solidarität mit von Brustkrebs betroffenen Frauen.

Nach dem Rennen: Sonne und Erholung am See

Nach dem Zieleinlauf in Biel und dem Verladen der Boote war erst einmal Erholung angesagt. Bei herrlichem Sonnenschein ließ die Mannheimer Mannschaft den Renntag am Seeufer ausklingen. Am Abend ging es nochmal nach Neuchâtel, wo der erfolgreiche Renntag bei herzhaften Crêpes und einem beeindruckenden Alpenpanorama. Vom Eiger bis zum Mont Blanc reichte der Blick. Am Sonntag ging es zurück nach Mannheim.

Vielen Dank Rolf Manges für die Koordination und Organisation der MRC Teilnahme.

Autor: Jakob Wolber

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