Deutsche Jahrgangsmeisterschaften 2026 Krefeld
Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U23/U19/U17 am letzten Juni-Wochenende standen in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen.
Zunächst musste der Austragungsort kurzfristig nach Krefeld verlegt werden, da auf dem Essener Baldeneysee reguläre Wettkämpfe wegen Wasserpflanzen nicht möglich gewesen wären. Nachdem dieses Problem gelöst war, kündigte sich eine ungewöhnliche Hitzewelle mit Temperaturen bis 40°C an. Die Verantwortlichen im DRV reagierten mit einem geänderten Ausscheidungssystem, durch das zahlreiche Läufe eingespart werden konnten, der Verlegung der Rennen in den Vormittag und die frühen Nachmittagsstunden und die Umorganisation der Siegerehrungen, die gebündelt im Schatten durchgeführt wurden. Dank der großen Disziplin aller Teilnehmer konnte die Veranstaltung so doch noch unter fairen und sicheren Bedingungen durchgeführt werden.
Im U23-Frauen-Skullbereich setzte Paula mit ihren Auftritten im Einer und im Doppelvierer zwei dicke Ausrufezeichen.
Nach dem überraschenden Erfolg im Einer auf der Kleinboot-Rangliste in Ratzeburg drei Wochen zuvor kam es bereits im Vorlauf zum erneuten Aufeinandertreffen mit der schärfsten Konkurrentin vom RC Weser Hameln, das Paula durch einen schnellen Start frühzeitig für sich entschied und damit weiteres Selbstvertrauen tankte. Nach einem ungefährdeten Sieg im Halbfinale ging die Studentin der University of Virginia mit einer klaren Strategie und voller Zuversicht ins Finale. Erneut gelang ihr ein guter Start mit einer knappen Führung nach 500m, die im Verlauf des Rennens ständig anwuchs. Am Ende wurde es ein beeindruckender Sieg mit fast 16 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte.
Bei zwischenzeitlich 37°C stand nur 90 Minuten später im Doppelvierer das erneute Duell der beiden besten deutschen U23-Skullerinnen des Jahres 2026 an. Die Mannschaft mit Paula auf Schlag tat sich zunächst schwer und hatte 300 m vor dem Ziel noch fast eine Länge Rückstand auf das führende Boot, bevor es durch einen fulminanten Endspurt des Quartetts doch nochmal eng wurde. Wenige Meter vor der Ziellinie waren beide Boote auf einer Höhe. Am Ende reichten 5 Zehntel Vorsprung für Platz eins und die zweite Goldmedaille für Paula an diesem denkwürdigen Finaltag.
Für Karl, den zweiten U23-Starter des MRC, war es eine von Beginn an unglückliche Meisterschaft. Zunächst musste sein Zweierpartner aus Offenbach verletzungsbedingt absagen. Nachdem mit Moritz, wie Paula US-Student, adäquater Ersatz gefunden war, kam es im Vorlauf des Zweier ohne zu einem technischen Defekt am Steuer, wodurch alle Medaillenträume des Duos platzten. Im Achter musste Karl am Finaltag zudem krankheitsbedingt abmelden.
Bei den Leichtgewichten, wo nach dem Olympia-Aus erneut rückläufige Meldezahlen zu verzeichnen waren, zeigte Maximilian in allen Skull-Bootsklassen herausragende Leistungen und holte Gold im Doppelzweier und im Doppelvierer. Lediglich im Einer musste er sich knapp geschlagen geben. Der für Mainz startende Student der Hochschule Mannheim qualifizierte sich damit wie bereits 2025 im Doppelzweier für die U23-WM.
Paula konnte sich dank der souveränen Auftritte die WM-Bootsklasse aussuchen, was ihr nicht leicht fiel. Letztlich entschied sie sich für die größere sportliche Herausforderung – und damit den Einer auf der Heim-WM in Duisburg Ende Juli.
(Bilder: privat/MeinRuderbild.de)
Datum:
Mannheimer Ruder-Club von 1875 e.V.