Niedrigwasser bei 38 Grad und trotzdem 49 Kilometer gerudert
Eigentlich sollte es ein klassisches Wanderfahrtswochenende werden: am Samstag von Eberbach nach Heidelberg, am Sonntag von Heidelberg weiter nach Mannheim. Doch im August 2026 bestimmte nicht der Wanderfahrtsplan die Strecke, sondern der Pegelstand. Bei extremer Hitze und noch extremerem Niedrigwasser mussten die Pläne kurzfristig geändert werden. Am Ende wurden es trotzdem zwei abwechslungsreiche Rudertage, vier MRC-Boote, 20 Ruderinnen und Ruderer und insgesamt 49 Kilometer.
Samstag: Eberbach bis Heidelberg
Die Wanderfahrt startete mit einem Mannschaftsmix: Zehn Ruderinnen und Ruderer kamen vom Mannheimer Ruder-Club, zehn vom Tutzinger Ruderverein 1983 e.V. vom Starnberger See. Organisiert und koordiniert wurde das Wochenende von den Wanderruderwarten Jakob und Luisa. Gerudert wurde in gemischten Mannschaften, sodass sich die Besatzungen der vier MRC-Boote entsprechend bunt zusammensetzten. Vom Steg der RG Eberbach 1899dort führte die rund 35 Kilometer lange Strecke neckarabwärts Richtung Heidelberg.
Trotz des extremen Niedrigwassers lief ausgerechnet das Schleusen erstaunlich unkompliziert. An allen vier Schleusen konnten die Boote ohne größere Wartezeit einfahren, teilweise sogar direkt und ganz für sich allein. Dafür gab es natürlich den traditionellen Dank an die Schleusenwärter: dreimal laut und gemeinsam „Hip-Hip-Hurra!“
Mittagspause mit Pizza und viel Wasser
Bei Temperaturen von rund 38 Grad war eine gute Pause wichtiger denn je. An der Hochsee-Seglervereinigung Kurpfalz e.V. gab es deshalb Schatten, Pizza und reichlich Wasser. Der Landdienst hatte dafür bestens vorgesorgt. Danke Sven!
Frisch gestärkt ging es anschließend auf die zweite Hälfte der Strecke. Und dann kam der Moment, auf den sich bei einer Fahrt von Eberbach nach Heidelberg eigentlich alle freuen: die Durchfahrt unter der Alten Brücke. Kurz danach hieß es noch einmal: Boote ausrichten, Mannschaft zusammenrücken und lächeln. Das obligatorische Foto mit dem Heidelberger Schloss durfte natürlich nicht fehlen.
Nach dem Abriggern und Verladen bei unseren Ruderfreunden der Rudergesellschaft Heidelberg ging es anschließend weiter ins Quartier.

Sonntag: Zu wenig Wasser auf dem Mannheimer Neckar
Der zweite Tag begann mit einem ungeplanten Programm. Eigentlich sollte es von Heidelberg bis Mannheim weitergehen. Doch die Pritschen der beiden Mannheimer Neckarvereine, des Mannheimer Rudervereins Amicitia von 1876 und der Mannheimer Rudergesellschaft Baden von 1880, lagen wegen des extremen Niedrigwassers trocken. Also musste wieder improvisiert werden.
Statt der Neckarstrecke wurde kurzerhand die normale MRC-Hausstrecke gefahren. Nach dem Aufriggen ging es auf den Rhein und dort herrschten erneut Temperaturen um 38 Grad. Der niedrige Wasserstand hatte allerdings auch eine ungewöhnliche Nebenwirkung: Mit einem Pegel von gerade einmal 69 Zentimetern in Mannheim waren die Einfahrten in den Kiefweiher und den Luitpoldhafen trocken. Motorboote und Berufsschifffahrt blieben entsprechend fern. Der Rhein lag spiegelglatt da, perfekte Bedingungen zum Rudern, zumindest sofern man die Temperaturen außer Acht ließ.
Nach der Hausstrecke wurden die Boote wieder versorgt und der sportliche Teil des Wochenendes ging direkt in den geselligen über: Auf dem Bootsplatz wurde gemeinsam gegrillt und der Abschluss der Wanderfahrt gebührend gefeiert.
Zwei Tage, vier Boote, 49 Kilometer
So wurde aus der ursprünglich geplanten Strecke Heidelberg–Mannheim am Sonntag zwar nichts. Dafür zeigte das Wochenende einmal mehr, dass eine gute Wanderfahrt nicht davon abhängt, ob der ursprüngliche Plan exakt aufgeht.
Vier MRC-Boote, jeweils zur Hälfte mit Ruderinnen und Ruderern aus Mannheim und Tutzing besetzt, kamen an zwei Tagen gemeinsam auf 49 Kilometer. Dazu gab es Schleusen ohne Wartezeiten, Pizza im Schatten, Heidelberger Schlosskulisse, einen ungewöhnlich leeren Rhein und zum Abschluss ein gemeinsames Grillen.
Oder anders gesagt: Ein bisschen weniger Wasser musste eben mit ein bisschen mehr Improvisation ausgeglichen werden.
Autor: Jakob & Luisa, Wanderruderwarte
Datum:
Mannheimer Ruder-Club von 1875 e.V.