So fühlt sich Rudern in Frankreich an
Beim diesjährigen „L’Appel de la Moselle à Metz“ zeigte sich das Wanderrudern von seiner besten Seite: strahlende Sonne, perfekte Organisation und jede Menge französisches Savoir-vivre, auch wenn der Start am Morgen mit frischen 5 Grad noch eher an Winter erinnerte.
Bereits die Anreise am Freitag verlief komfortabel mit dem neu verfügbaren Stadtmobil-Bus, bevor der Abend kulinarisch französisch eingeläutet wurde, mit bretonischen Galettes und süßen Crêpes, die eher durch ihre beeindruckenden Sahneberge als durch Zurückhaltung auffielen. Am Samstag wartete dann ein echtes Highlight: Boote wie aus dem Katalog. Die vom Hersteller Vega gemieteten Carbon 4x+ lagen bereits startklar im Wasser samt eingelegten Skulls und Schwimmwesten. Einsteigen und losrudern lautete die Devise, was bei den Teilnehmenden für große Begeisterung sorgte. Insgesamt gingen 22 Boote auf die drei möglichen Strecken 25km, 37km und 57km. Auf der 57km-Strecke wurde extra eine kleine Verlängerung eingebaut um auf 57km, der Zahl des Departments Moselle zu kommen. Ein MRC-Boot absolvierte die 37 km, während gleich zwei Boote mit MRC-Beteiligung die 57 km meisterten, darunter ein vollständig vereinseigenes Boot sowie ein international besetztes Boot mit drei MRC-Ruderern und zwei französischen Mitstreitern.


Die Strecke selbst bot neben landschaftlicher Vielfalt von dicht bewaldeten schmalen Kanälen bis zu alten römischen Aquädukten auch ein besonderes Erlebnis: eine große Moselschleuse, in der alle 22 Boote, unabhängig von ihrer Streckenlänge, gemeinsam geschleust wurden. Ein schönes Bild das den gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung unterstrich. Zur Mittagszeit wartete am Bootshaus der Veranstalter ein üppiges Buffet, das keine Wünsche offenließ: Salate, Grillfleisch, Kuchen sowie frisch gezapftes Bier und Wein sorgten für die nötige Stärkung ganz im Sinne der französischen Genusskultur.

Während das 37-km-Boot des MRC den sportlichen Teil bereits am Vormittag abschloss und am Nachmittag die wunderschöne Altstadt von Metz erkundete, ging es für die 57-km-Rudernden nach der Pause noch einmal aufs Wasser. Zusätzliche 20 Kilometer standen auf dem Programm, bevor der Tag nach der Zielankunft mit einem weiteren Umtrunk, Häppchen, Sekt und Dankesreden seinen würdigen Abschluss fand. Auch abseits des Wassers gab es einige unterhaltsame Episoden: So versuchte Mila über das gesamte Wochenende hinweg, Rolf für Weinbergschnecken zu begeistern – allerdings ohne Erfolg. Rolf blieb standhaft und verweigerte konsequent jede Bestellung.
Der Samstagabend führte die Gruppe schließlich in eine elsässische Weinstube, bevor es am Sonntag wieder zurück nach Mannheim ging.

Ein besonderer Dank gilt Paul, der als gebürtiger Franzose stets als zuverlässiger Übersetzer zur Seite stand und so manche sprachliche Hürde elegant überbrückte.
Bei bestem Wetter, inzwischen angenehme 20 Grad, bleibt ein rundum gelungenes Wanderwochenende in Erinnerung, das sportliche Herausforderung, perfekte Organisation und französische Lebensart ideal miteinander verbunden hat.
Un grand merci à toute l’équipe de la Société des Régates Messines pour leur accueil chaleureux, l’excellente organisation et cette expérience inoubliable à Metz !
Autoren: Jakob & Luisa, Wanderruderwarte
📸 Fotos: Von den MRC-Teilnehmenden
Datum:
Mannheimer Ruder-Club von 1875 e.V.